Verknüpfung von 1D-, 2D- und 3D-Infrastrukturinformationen
Sobald die reale Infrastruktur erfasst und die Engineering-Informationen validiert wurden, besteht der nächste entscheidende Schritt darin, fragmentierte Datensätze in vernetzte und strukturierte Infrastrukturinformationen zu überführen. Virtual Plant® erreicht dies durch die Erstellung einer objektbasierten digitalen Umgebung, in der Assets, Dokumente, Standorte und betriebliche Informationen innerhalb einer zentralen Single Source of Truth miteinander verknüpft werden.
In vielen industriellen Umgebungen liegen Informationen in voneinander getrennten Systemen, isolierten Dokumenten, alten Engineering-Dateien und betrieblichen Datenbanken vor. Selbst wenn digitale Daten verfügbar sind, fehlen die Beziehungen zwischen Assets, Dokumenten und der realen Situation vor Ort häufig oder sind inkonsistent. Das erschwert Navigation, Verständnis und Entscheidungsfindung – insbesondere in großen Brownfield-Anlagen und standortübergreifenden Betriebsstrukturen.
Virtual Plant® begegnet dieser Herausforderung durch ingenieurgetriebene Workflows für Asset-Tagging, Strukturierung und Kontextualisierung, die rohe Erfassungsdaten in nutzbare operative Informationen umwandeln.
Objektbasierte Infrastrukturinformationen
Im Zentrum von Virtual Plant® steht ein objektbasiertes Infrastrukturmodell, in dem jedes identifizierbare Asset, jede Komponente und jedes Infrastrukturelement Teil einer vernetzten Informationsumgebung werden kann.
Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen, bei denen häufig nur ausgewählte Hauptanlagen getaggt oder strukturiert werden, ermöglicht Virtual Plant® auch kleineren Infrastrukturelementen eine eigene digitale Identität und kontextuelle Beziehungen. Rohrleitungen, Ventile, Instrumente, Kabeltrassen, Anschlusskästen, Halterungen, unterirdische Versorgungsleitungen und weitere Infrastrukturkomponenten können innerhalb der Plattform als einzeln zugängliche und nachvollziehbare Objekte abgebildet werden.
Dadurch wird die Sichtbarkeit der Infrastruktur deutlich erhöht und versteckte Informationslücken, die in Brownfield-Umgebungen häufig bestehen, werden reduziert.
Aufbau einer vertrauenswürdigen Single Source of Truth
Industrielle Infrastrukturinformationen liegen in mehreren Dimensionen vor:
- 1D-Betriebs- und Asset-Daten
- 2D-Engineering-Dokumentation
- 3D-räumliche Realität und Bedingungen vor Ort
Virtual Plant® verbindet diese Informationsebenen zu einer einheitlichen Umgebung für intelligente Infrastrukturinformationen.
Engineering-Dokumente wie P&IDs, Loop-Diagramme, Kabeltrassenzeichnungen, unterirdische Lagepläne und Asset-Register werden direkt mit den entsprechenden Assets vor Ort und räumlichen Infrastrukturobjekten verknüpft. Getaggte Objekte innerhalb von Dokumenten werden mit ihren physischen Gegenstücken in der erfassten Umgebung verbunden.
Kontinuierliche Gegenvalidierung von Infrastrukturdaten
Der Strukturierungs- und Tagging-Prozess schafft selbst eine zusätzliche Ebene der Infrastrukturvalidierung.
Indem Engineering-Dokumente, erfasste Realität und Betriebsdaten objektweise miteinander verknüpft werden, lassen sich Inkonsistenzen, fehlende Informationen und nicht dokumentierte Assets deutlich leichter identifizieren. Diese Methodik des gegenseitigen Abgleichs hilft dabei, die Wahrscheinlichkeit übersehener Infrastrukturelemente zu reduzieren und das Vertrauen in die daraus entstehende digitale Grundlage insgesamt zu erhöhen.
In vielen Brownfield-Umgebungen wurden selbst grundlegende Infrastrukturkomponenten möglicherweise nie ordnungsgemäß getaggt, strukturiert oder digital verknüpft. Virtual Plant® ermöglicht es Unternehmen, schrittweise ein deutlich vollständigeres und validierteres Infrastrukturinventar aufzubauen, als es mit traditionellen Ansätzen in der Regel möglich ist.
Ingenieurgetriebene Asset-Bibliotheken & Standardisierung
Asset-Strukturen und Tagging-Methoden werden auf Basis von Industriestandards sowie kundenspezifischen Engineering-Praktiken entwickelt. Virtual Plant® unterstützt den Aufbau skalierbarer Asset-Bibliotheken, die auf operative Workflows, Engineering-Anforderungen und bestehende Unternehmensstandards abgestimmt sind.
Für Unternehmen, die mehrere Anlagen in unterschiedlichen Regionen oder Geschäftsbereichen betreiben, entsteht dadurch eine große Chance zur Standardisierung der Infrastruktur und zur operativen Angleichung.
Anstatt dass sich jeder Standort unabhängig voneinander mit unterschiedlichen Benennungskonventionen, inkonsistenten Asset-Strukturen und fragmentierten Dokumentationsansätzen weiterentwickelt, hilft Virtual Plant® dabei, ein vernetztes Framework für intelligente Infrastrukturinformationen über verteilte Betriebsstrukturen hinweg aufzubauen.
Dies ermöglicht:
- Standardisierte Asset-Strukturen
- Konsistente Tagging-Methoden
- Einheitliche Sichtbarkeit der Infrastruktur
- Verbesserte operative Abstimmung
- Einfachere Skalierung digitaler Initiativen
- Bessere Data Governance
- Verlässlichere unternehmensweite Infrastrukturinformationen